WEBINAR *** Granulomatöse Mundschleimhauterkrankungen - Ursachen, Abklärung und systematischer Konnex
- 5. März
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Granulome der oralen Mukosa imponieren im klinischen Bild zunächst meist als Entzündungen, Hyperplasien oder Schwellungen, welche primär nur schwer der ursächlichen Erkrankung zuzuordnen sind. Der Aufbau dieser kleinen knötchenförmigen Ansammlungen von Makrophagen und deren Abkömmlingen, Lymphozyten und Histiocyten variiert nach dem jeweiligen Krankheitsbild. Sie entstehen durch mechanische und infektiöse Noxen oder im Rahmen von Systemerkrankungen mit oralen Manifestationen.
In der Mundschleimhaut findet man am häufigsten die sogenannten Fremdkörpergranulome, eine Reaktion auf Nahtmaterial nach oralchirurgischen Eingriffen. Schwieriger wird es bei infektiöser Genese durch diverse Pilzerkrankungen (Blastomykose, Mucor), sowie bei TBC oder Lues, welche an Hand der Gesamtklinik sowie weiterführender serologischer, mikrobiologischer und histopathologischer Untersuchungen abzuklären sind.
Auch granulomatöse Systemerkrankungen wie M. Crohn, Sarkoidose, Histiozytosis X und orofaziale Granulomatosen wie Cheilitis granulomatosa und dem Melkerson-Rosenthal-Syndrom gehen mit oralen Läsionen einher. Bei der Sarkoidose kommt es durch gestörte Funktion der Lymphozyten nicht nur zu Granulomen der Lippen und Mukosa, sondern auch in der Parotis, was zu Hyposalivation mit allen negativen Folgen für die Mundgesundheit führt.
M. Crohn, welcher den gesamten Verdauungstrakt einschließlich der Mundhöhle betrifft, hat nicht selten seine Erstmanifestation in Form einer stark entzündeten, durch die epitheloidzelligen Granulome, hyperplastischen Gingiva. Wegen der typischen Dominanz von Aggregatibacter actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis und Capnocytophaga ist hier eine aggressive Parodontitis auszuschließen. Histiocytosis X beschreibt eine Gruppe unterschiedlicher Systemerkrankungen, welche mit therapieresistenter Parodontitis und Osteolysen des Kieferknochens einhergehen kann.
Sorgfältige Anamnese, differenzialdiagnostisches Wissen mit bei Verdacht bioptische und pathohistologische Abklärung sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Systemerkrankungen ermöglichen den Patienten gezielte Therapie.