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Der neue Grundausbildungslehrgang in der Zahnärztlichen Assistenz ab September 2016

Im September 2016 startet am ZAFI der Landeszahnärztekammer Wien der neue zweieinhalbjährige Grundausbildungslehrgang für zahnärztliche Assistentinnen entsprechend den veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen.

2016 wird der erste zweieinhalbjährige Kurs (5 Semester) jeweils am Donnerstagvormittag von 8:00 – 13:00 Uhr stattfinden. Anmeldungen werden schriftlich von Frau Schramm schramm@zafi.at entgegengenommen.

Die zahnärztliche Assistenz wurde zu einem vollwertigen Gesundheitsberuf aufgewertet und reiht sich damit zu den bereits bekannten und etablierten Berufen im medizinisch-unterstützenden Bereich, wie zum Beispiel KrankenpflegerInnen, SanitäterInnen und Hebammen. Als Gesundheitsberuf sind die Berufsausübung, die Berufsbezeichnung und die Berufsausbildung gesetzlich geregelt und geschützt, wodurch sich der Beruf der zahnärztlichen Assistenz nun markant vom einstigen reinen Anlernberuf unterscheidet.
Die Ausbildung erfolgt weiterhin im Rahmen eines Dienstverhältnisses (kein Lehrverhältnis), der Umfang wurde jedoch gesetzlich deutlich erweitert und beträgt 3.000 Stunden Praxis, die während der neuen, dreijährigen Ausbildungsdauer absolviert werden. Der theoretische Teil der Ausbildung erfolgt wie bisher im Rahmen eines Lehrganges und umfasst nun mindestens 600 Stunden Theorie.

  • Pro Ausbildungskurs können 50 Personen teilnehmen.
  • Die theoretische Ausbildung am ZAFI erstreckt sich, parallel mit der praktischen Ausbildung in der Ordination, über einen Zeitraum von 5 Semestern (2,5 Jahren). Voraussetzung für den Beginn eines Lehrganges ist wie bisher mindestens ein halbes Jahr Praxis in der Ordination vor Kursbeginn.
  • Im ZAFI wird die durch die Ausbildungsverordnung geschaffene Möglichkeit des modernen E-Learnings im Rahmen der theoretischen Ausbildung eingesetzt.
  • Vor Kursbeginn wird ein Motivationsgespräch mit den BewerberInnen durchgeführt.
  • Die Kurskosten für die gesamte Ausbildung belaufen sich auf € 4.000,- wobei € 1.500,- für das 1. und 2. Semester, € 1.500,- für das 3. und 4. Semester und € 1.000,- für das abschließende 5. Semester und die kommissionelle Abschlussprüfung anfallen.
  • Pro Jahr werden ein bis zwei Ausbildungslehrgänge, jeweils am Vormittag von 08:00 – 13:00 Uhr beginnen (33 Unterrichtstage im 1. Jahr, 33 Unterrichtstage im 2. Jahr und 17 Unterrichtstage im 3. Jahr). Die genauen Termine sind im Sekretariat zu erfragen.
  • Als Unterrichtmaterial wird ein österreichweit einheitliches Skriptum der Österreichischen Zahnärztekammer zur Verfügung stehen, zusätzlich kann auch wie bisher das Lehrbuch „Cornelsen | Behandlungsassistenz in der Zahnarztpraxis“ als Ergänzung verwendet werden.

Häufig gestellte Fragen zum neuen Grundausbildungslehrgang in der Zahnärztlichen Assistenz
ab September 2016

Kann ich meine/n AssistentIn noch für einen einjährigen Lehrgang anmelden?
Es gibt keine Möglichkeit mehr, sich im Jahr 2016 für einen einjährigen Lehrgang am ZAFI anzumelden. Die zwei letzten noch stattfindenden einjährigen Lehrgänge im Jahr 2016 wurden bereits so weit erweitert wie es die räumlichen und personellen Ressourcen am ZAFI zulassen und sind restlos ausgebucht.

Gibt es eine Möglichkeit nach dem 31.12.2016 noch einen einjährigen Lehrgang der zahnärztlichen Assistenz zu besuchen?
Nein, neue einjährige Lehrgänge dürfen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr begonnen werden (§ 87 Abs 4 ZÄG).

Muss ich meine/n AssistentIn jetzt zwingend drei Jahre behalten weil der Lehrgang länger dauert?
Nein, der Lehrgang hat keinen Einfluss auf den zwischen Ihnen und Ihrer/Ihrem MitarbeiterIn geschlossenen Dienstvertrag. TeilnehmerInnen des Lehrganges müssen sich jedoch wie bisher in einem aufrechten, nicht geringfügigen Dienstverhältnis im Umfang von mindestens 24 Wochenstunden befinden (§ 81 Abs 5 ZÄG).

Sind mit der gesetzlichen Neuregelung der Ausbildung in der zahnärztlichen Assistenz auch sonst wesentliche Neuerungen in der praktischen Ausbildung verbunden?
Ja, neu ist unter anderem eine Dokumentationspflicht über die praktische Ausbildung. Gemäß ZASS-Ausbildungsverordnung müssen die TeilnehmerInnen im Rahmen der praktischen Ausbildung am Dienstort eine Dokumentation über den Kompetenzerwerb führen. Diese Dokumentation ist durch die Dienstgeberin / den Dienstgeber als die/den Ausbildungsverantwortliche/n zu überprüfen und mit Unterschrift und Datum abzuzeichnen.
Die Dokumentation der praktischen Ausbildung dient als Nachweis für die erfolgreiche Vermittlung der Ausbildungsinhalte, insbesondere die Dauer und die Inhalte der praktischen Ausbildung sowie der stattgefundene Kompetenzerwerb sind festzuhalten (§ 15 Abs 1 und 2 ZASS-AV). Die Dokumentation ist außerdem eine der Voraussetzung für den Antritt zur kommissionellen Abschlussprüfung.
Das ZAFI wird eine Vorlage für die Dokumentation des Kompetenzerwerbs bereitstellen.

Wie sehen die rechtlichen Vorgaben rund um das Durchfallen und Wiederholen in der neuen Ausbildung aus?
Dies ist im Detail in der ZASS-Ausbildungsverordnung (ZASS-AV) im 4. Abschnitt (§§ 16 bis 28) geregelt.

  • Bei ungerechtfertiger Abwesenheit bei einem Prüfungstermin (§ 17 Abs 3 ZASS-AV) oder einem Teilnahmefach (§ 17 Abs 4 ZASS-AV) ist die Leistung mit „nicht genügend“ zu beurteilen.
  • Bei negativer Leistungsbeurteilung muss eine Wiederholungsprüfung bzw. Prüfung zum ehestmöglichen Termin, frühestens aber nach einer Woche, ermöglicht werden (§ 18 Abs 1 ZASS-AV).
  • Sind nach Ausschöpfen der Wiederholungsmöglichkeiten zum Ende der theoretischen Ausbildung maximal 2 Unterrichtsfächer negativ ist ein Antritt zur kommissionellen Abschlussprüfung möglich, für jedes negativ beurteile Unterrichtsfach muss jedoch im Rahmen der Abschlussprüfung eine zusätzliche Teilprüfung abgelegt werden (§ 18 Abs 3 ZASS-AV). Diese ist am Beginn der kommissionellen Abschlussprüfung durchzuführen. Wird eine Teilprüfung negativ beurteilt, ist die kommissionelle Abschlussprüfung abzubrechen (§ 24 Abs 1 und 2 ZASS-AV).
  • Sind nach Ausschöpfen der Wiederholungsmöglichkeiten zum Ende der theoretischen Ausbildung mehr als 2 Unterrichtsfächer negativ ist eine Zulassung zur kommissionellen Abschlussprüfung nicht möglich, die theoretische Ausbildung kann nur komplett wiederholt werden (§ 18 Abs 4 ZASS-AV).
  • Bei gerechtfertigter Abwesenheit im Sinne der Lehrgangsordnung zur kommissionellen Abschlussprüfung ist diese zum ehestmöglichen Termin nachzuholen (§ 25 Abs 1 ZASS-AV), bei ungerechtfertigter Abwesenheit im Sinne der Lehrgangsordnung ist die kommissionelle Abschlussprüfung mit „nicht bestanden“ zu beurteilen (§25 Abs 2 ZASS-AV).
  • Die kommissionelle Abschlussprüfung darf bei negativer Beurteilung zwei Mal wiederholt werden (§ 26 Abs 1 ZASS-AV), die erste Wiederholung muss innerhalb von 3 Monaten nach der Abschlussprüfung, die zweite innerhalb von 3 Monaten nach der 1. Wiederholungsprüfung liegen.
  • Werden beide Wiederholungen der kommissionellen Abschlussprüfung nicht bestanden kann die theoretische Ausbildung nur komplett wiederholt werden (§ 26 Abs 4 ZASS-AV).
  • Das Wiederholen der theoretischen Ausbildung in der Zahnärztlichen Assistenz ist höchstens einmal zulässig. Führt auch diese Wiederholung zu einem negativen Ergebnis ist eine erneute Wiederholung der Ausbildung bzw. von Ausbildungsteilen nicht mehr zulässig (§ 27 Abs 1 und 2 ZASS-AV).

Ist der Lehrgang für die zahnärztliche Assistenz und die Lehre für die zahnärztliche Fachassistenz nun ein und dasselbe?
Nein, beides ist weiterhin rechtlich getrennt voneinander geregelt.
Die Lehrgänge der zahnärztlichen Assistenz am ZAFI stellen eine Ausbildung gemäß § 82 Zahnärztegesetz dar, die im Rahmen eines Dienstverhältnisses (ein Dienstvertrag wird abgeschlossen) in Verbindung mit einem zertifizierten Lehrgang stattfindet. Die Lehre der zahnärztlichen Fachassistenz ist ein gewöhnlicher Lehrberuf im Sinne des Berufsausbildungsgesetzes, der dementsprechend im Rahmen eines Lehrverhältnisses (ein Lehrvertrag wird abgeschlossen) stattfindet.

Die zahnärztliche Assistenz wurde zu einem vollwertigen Gesundheitsberuf aufgewertet und reiht sich damit zu den bereits bekannten und etablierten Berufen im medizinisch-unterstützenden Bereich, wie zum Beispiel KrankenpflegerInnen, SanitäterInnen und Hebammen. Als Gesundheitsberuf sind die Berufsausübung, die Berufsbezeichnung und die Berufsausbildung gesetzlich geregelt und geschützt, wodurch sich der Beruf der zahnärztlichen Assistenz nun markant vom einstigen reinen Anlernberuf unterscheidet.

Im praktischen Sprachgebrauch werden Dienstverhältnis und Lehre mitunter nicht immer gut voneinander unterschieden. Zur Übersicht haben wir für Sie einige der wesentlichen Unterschiede zwischen diesen beiden Vertragsformen und Ausbildungswegen gegenübergestellt.

Lehrgang gemäß § 82 Zahnärztegesetz am ZAFI

Es wird ein Dienstvertrag abgeschlossen Kündigung im Rahmen der gesetzlichen und kollektivvertraglichen Kündigungsfristen möglich Theoretische Ausbildung am ZAFI im Rahmen eines Lehrganges mit fachvortragenden ZahnärztInnen und weiteren ExpertInnen

Lehre im Sinne des Berufsausbildungsgesetzes

Vor dem erstmaligen Ausbilden eines Lehrlings muss der Lehrbetrieb (= die Ordination) mittels Feststellungsbescheid als solcher genehmigt werden. Hierzu prüft die Wirtschaftskammer, unter Mitwirkung der Arbeiterkammer, ob die Voraussetzungen für eine Lehrlingsausbildung im angestrebten Lehrberuf gegeben sind (rechtliche Eignung, betriebliche Eignung, Arbeitsschutzbestimmungen) Es wird ein Lehrvertrag abgeschlossen Auflösung des Lehrverhältnisses nur in gesetzlich vorgesehenen Fällen und unter Einhaltung spezieller Formerfordernisse möglich Weiterverwendungspflicht über mindestens 3 Monate nach Ende der Lehrzeit Theoretische Ausbildung in einer Berufsschule

 

 

Günstige Jugendtickets des VOR

Zahnärztliche AssistentInnen bis zum 24. Lebensjahr können während ihrer Ausbildung in den Genuss der Jugendvergünstigungen des VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) kommen.

1.) Der/Die Ordinationsinhaber/in muss zunächst schriftlich einen Ermäßigungsausweis bei der zuständigen Landeszahnärztekammer beantragen, im Fall von Ordinationen mit Sitz in Wien unter der Adresse

Landeszahnärztekammer für Wien
zHd Frau Reiter oder Frau Schwarz
Kohlmarkt 11/6, 1010 Wien

Der vom Ordinationsinhaber unterschriebene und mit Ordinationsstempel versehene Antrag muss folgende Informationen beinhalten:

  • Name der Assistentin / des Assistenten
  • Geburtsdatum der Assistentin / des Assistenten
  • Zeitpunkt des Beginns des Beschäftigungsverhältnisses

2.) Nach Erhalt des Ermäßigungsausweises bestätigt diesen der/die Ordinationsinhaber/in mittels Ordinationsstempel und Unterschrift, mit dem Lichtbild der/des Assistent/in versehen ist der Ausweis komplett.

3.) In einem der Verkaufsstellen oder im Online-Ticketshop der Wiener Linien kann nun das Jugendticket und das Top-Jugendticket besorgt werden, es ist in Verbindung mit dem Ermäßigungsausweis als Nachweis gültig.

Weitere Informationen zu den genauen Regelungen finden Sie unter http://www.vor.at/schueler-lehrlinge/faqs-jugendtickets/ oder telefonisch über die VOR Hotline unter der Nummer 0810 22 23 24

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